Hier mein kleiner Turnierbericht zu meinem ersten V:TES-Draft in Bonn im Geek Haven:
Meine Runden sahen wie folgt aus:
Runde #1
Rodinei | Malk Flamethrower 'N' Bleed | 0 VP
Steffen | PRE/FOR/AUS Bruise 'N' Bleed | 0 VP
Milan | DOM/PRE Pulse of Cainaille Bleed | GW 4 VP
Robert | Tremere Toolboxy-Voty | 0 VP
Runde #2
Steffen | PRE/FOR/AUS Toolboxy Bleed | GW 3 VP
Marcel | Gangrel Anarchs donin' Gangrel Things | 0 VP
Joscha | Stealth Vote | 1 VP
Thomas | Banu Haqim AUS Guns | 0 VP
Runde #3 (Finale)
Marcel | Gangrel Anarchs donin' Gangrel Things | 0 VP
Steffen | PRE/FOR/AUS Bruise 'N' Bleed | GW 4 VP
Sebastian | Oskar Anasov Star | 0 VP
Robert | Tremere Toolboxy-Voty | 1 VP
Milan | DOM/PRE Pulse of Cainaille Bleed | 0 VP
Deckliste:
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Da es sich um meinen ersten V:TES-Draft handelte, machte ich mir im Vorfeld keinerlei Hoffnungen. Meine primären Zielen waren der Spaß, die Erfahrung und natürlich der Support der Bonner-Domäne — letzteres in meinen Augen der wichtigste Aspekt!
Die erste Runde schien meine eingeplante Hoffnungslosigkeit zu rechtfertigen: Milan marschierte durch den Tisch und ich schaute als sein Predator dabei zu. Auch wenn mir Rodinei nur wenig Druck dank Robert machte, snackte sich Milan einen Methuselah nach dem anderen und letztendlich mich. Noch 60 Minuten auf der Uhr entschlossen wir uns (Milan und ich) schnell einen Happen essen zu gehen.
Runde #2 verlief leichter, ebenfalls mit wenig Druck, den ich Thomas gut „einreden“ konnte, da „er sich gegen Joscha wehren“ müsse. Joscha konnte dabei jedoch den ersten VP holen, wurde aber gleichzeitig stark von Marcels Gangrels bedrängt, was zu einem akuten Pool-Verlust führte — vielleicht war das Influencen von Aline Gädeke doch ein zu gewagter Sprung. Aber wie im Fussball gilt auch hier: Hätte, Wenn und Aber standen alle nicht auff'm Platz! Folglich konnte ich „durchmarschieren“. Hatte ich mich bereits bei einem Kaltgetränk (eiskaltes 0,0 Naturradler direkt im Ladenlokal) gesehen, um dabei halb gare V:TES-Tipps unerlaubter Weise ins Finale zu brüllen, sah es danach aus, dass ich auf einmal selbst Opfer verbaler Pöbeleien vom Rand werden konnte. In einem 2R+F-Setting ist ein GW einfach die Welt!
Und meine Vermutung bestätigte sich: Ich saß im Finale und musste nur noch mit Robert auswürfeln, wer den Seat 4 einnehmen dürfte. Also schnell gewürfelt, mit meiner göttlich und „skill-vollen“ 4 eben Roberts lausige 1 in den Schatten gestellt, um dann beim Table Dance stiller Beobachter zu sein, wer mir in den kommenden 120 Minuten nach meinem Leben trachten wird.
Da ein zeitiger Ladenschluss drohte, obwohl der Ladeninhaber die Schließzeit bereits um ein zweites Mal nach hinten verschoben hatte, galt es schnell aufzubauen und zu spielen! Also keine Zeit für Zeitverschwendung und erst recht keine Notdürfte, die eigentlich dringends erledigt sein wollten.
Ich hatte Angst vor Marcels Semi-Wolf(-Kreaturen), da ich die Massen in der vorherigen Runde erlebt hatte. Aber auch Sebastian war Angstgegner, da ich mich mit diesem Irren mittlerweile knapp sechs Jahre (glücklicherweise) abgebe! Und wie jeder weiß: Der Typ ist zu allem bereit! Robert und Milan waren nicht weniger mir feindlich gestimmte Individuen, die sich zu Beginn des Finales aber noch „Crosstable Buddies“ schimpften… (Hier nochmal mein Versuch den Begriff „Crosstable Frenemies“ zu etablieren: Eine Zusammensetzung aus Crosstable Buddies und Enemies)
Wir alle spielten schnell, konzentriert und nicht weniger offensichtlich vom Wetter gezeichnet. Und irgendwie gelang es mir Sebastian zu „nerven“. Bleeds meinerseits wurden geblockt und umgehend von mir mit Aggraveted Damage bestraft. Und auch hier wieder ein bestimmender Faktor: Wenig Druck von Marcel, weil Milan mit Bleed-Wahnsinn stets an die Tür der Gangrels klopfte. Robert konnte den „Druck-Spielstil“ jedoch grandios adaptieren, was er sicher und gekonnt umsetzte und Milan zeitnah aus dem Spiel nahm. Kurz danach folgte Sebastian, was mir sechs Pool einbrachte, sodass ich mit drei Minions auf kuscheligen 12 Pool saß, gestützt durch einen Hunting Ground für meine Vampire. Das Daring the Dawn, kam also genau passend und konnte mit einem erfolgreichen Torpor Rescue wieder ausgeglichen werden.
Robert mutierte nun vom „Freund“ zum Feind! Vier (oder waren es doch schon fünf) Vampire waren beeindruckend und ließen mich bereits mit dem Gedanken spielen, dass ich mich zeitnah mit meinem VP aus dem Finale verabschieden würde. Aber es kam anders!
Die Materialschlacht zwischen Robert und Marcel sorgte dafür, dass ich in aller Ruhe immer wieder passende Aktionen nehmen konnte, um Robert langsam aber sicher zu ousten, während dieser weiter an Marcels Pool bohrte. Und das „konstant“, obwohl sich meine Library schnell reduzierte und sogar leer lief.
Nachdem Robert meinem Oust und VP-Zugewinn logischerweise zum Opfer fiel, stand ich einem Marcel mit vielen Vampiren gegenüber, die aber nahezu blutleer waren. 30 Minuten vor regulärem Zeitablauf reichte Marcel mir die Hand und ich hatte nicht nur meinen ersten Draft gespielt sondern auch meinen ersten Turniersieg eingefahren. Ein tolles Gefühl!
Abschließend möchte ich mich für diesen tollen Tag bedanken! Ich hatte Spaß, tolle Gespräche und konnte meinem Hobby im Kreise toller Methuselahs nachgehen! Das Ladenlokal war klasse! Ich fühlte mich super betreut und war nicht nur vom Angebot der Hobby-Ware beeindruckt sondern auch vom aufgeräumten und damit einladenden Zustand des Veranstaltungsorts. Die gesamte Bonner-Domäne hat einen super Job gemacht, was mich zu der Bitte — regelrechten Aufforderung — kommen lässt, dass die Jungs dringend mehr Turniere organisieren müssen! Denn ich komme gerne nach Bonn, weil es bisher jedesmal ein toller V:TES-Tag war!
Und ja: Gerne mehr Draft! Das limited Setting macht Spaß und führt dazu, dass Dinge ausprobiert und Karten gespielt werden, die sonst keine Anwendung oder Platz in der aktuellen Meta finden. Dass zudem Karten gepickt werden können, die bisher keinen Reprint in einem Precon o. ä. erfahren haben, macht es noch attraktiver!